Die Geschichte der Steinbrüche
Schon vor langer, langer Zeit haben Menschen Steine abgebaut, um damit Häuser und Denkmäler zu bauen. Auf der ganzen Welt haben Forscher Beweise gefunden, dass schon in der Antike Steine produziert wurden. Dabei ist es manchmal unklar, wann genau die Menschen angefangen haben, richtige Steinbrüche zu nutzen und nicht nur lose Felsen. Mit dem Beginn der Geschichtsschreibung können wir besser verstehen, wie die Menschen damals in Steinbrüchen gearbeitet haben und welche Techniken sie benutzt haben
In der Zeit der ägyptischen Dynastien bauten die Menschen riesige Pyramiden aus Kalkstein. Sie benutzten Werkzeuge aus Kupfer, um den harten Kalkstein aus den Felsen zu brechen. Später errichteten sie Pyramiden aus Lehmziegeln, aber für die Außenseiten nahmen sie weiterhin Stein, um die Bauwerke stabil und langlebig zu machen. Granit war ebenfalls sehr wichtig, besonders für kunstvolle Verzierungen. Die Ägypter schnitten Rillen um die Granitblöcke und benutzten große Holzstangen, um die schweren Steine aus dem Boden zu hebeln. Die Arbeiter waren sehr geschickt und wussten genau, wie sie ihre Werkzeuge einsetzen mussten. Die Pyramiden und Denkmäler, die sie bauten, sind bis heute beeindruckend und zeigen, wie klug und talentiert die alten Ägypter waren.
Auch die Römer brachen viele Steine für ihre Bauprojekte. Sie nutzten verschiedene Arten von Gestein, darunter auch den besonders wertvollen Marmor. Marmor wurde für Kunstwerke wie Statuen und große, öffentliche Gebäude verwendet. Die Römer verwendeten spezielle Hämmer, um die gewünschten Steinblöcke auszuwählen und zu isolieren. Mit Metallkeilen lösten sie die Blöcke vom Felsen. So konnten sie die Steine genau so formen, wie sie sie für ihre beeindruckenden Bauwerke brauchten. Die Bauwerke der Römer, wie ihre Tempel und Aquädukte, zeigen, wie geschickt und erfahren sie im Umgang mit Steinen waren.
Im Frühmittelalter bauten die Menschen selten mit Steinen. Sie verwendeten hauptsächlich Holz, Lehm und Ziegel für ihre Häuser, Kirchen und Burgen. Nur sehr wichtige Gebäude wurden manchmal aus Stein gebaut. In der römischen Antike betrieben Ritter die Steinbrüche. Im Mittelalter kümmerten sich vor allem Klöster darum. Erst im Spätmittelalter begannen auch Bürger, Steinbrüche zu nutzen. Die Menschen nutzten meist die Steine aus ihrer Umgebung, weil der Transport schwer war. In Córdoba, Spanien, bauten sie im 8. Jahrhundert eine Moschee mit Säulen aus alten römischen Gebäuden. Später stellten sie neue Säulen aus Granit her.
Mit der Verbreitung des Schwarzpulvers in Europa im späten Mittelalter änderte sich die Arbeit in den Steinbrüchen. Das Schwarzpulver erleichterte die schweren Arbeiten, brachte aber auch neue Probleme mit sich. Wenn man zu viel davon verwendete, entstanden durch die Druckwelle der Explosion tiefe Risse im Gestein. Das machte die Steine weniger nützlich und führte zu großen Mengen an Schutt. Für die Gewinnung von Bruchsteinen war das nicht so schlimm, aber für die Herstellung von Säge- und Hausteinen war es ein großes Problem. Erst nach 1930 begannen die Leute, statt Schwarzpulver Druckluftbohrer für das Abbohren zu verwenden. Damit konnte man besser kontrollieren, wie und wo man das Gestein sprengte